Ingo Stüllein - Logistik-Definitionen



Der Begriff "Logistik" wird unterschiedlich definiert:

Im Militärwesen - aus diesem Bereich entstammt der Begriff Logistik - ist die Logistik derjenige Zweig militärischer Führung, "der die materielle Versorgung, die Materialerhaltung, das Transport- und Verkehrswesen, den Abschub der Verwundeten und Kranken, die Infrastruktur und das logistische Verbindungswesen der Streitkräfte zur Aufgabe hat." (dtv-Lexikon).

Das Deutsche Institut für Normung hat den Logistikbegriff für nicht-militärische Zwecke neu definiert als "die Gesamtheit der Aktivitäten zum Herstellen, Sichern und Verbessern der Verfügbarkeit aller Personen und Mittel, die Voraussetzung, begleitende Unterstützung oder Sicherung für Abläufe innerhalb eines Systems sind."

Die Ela, European Logistic Association, beschreibt in ihrer Logistikdefinition, welcher Art die oben genannten Aktivitäten sind, nämlich "Organisation, Planung, Überwachung und Ausführung des Flusses von Gütern von der Entwicklung und Beschaffung über die Fertigung und Verteilung bis hin zum Endabnehmer,...". Das Ziel dieser logistischen Aktivitäten liegt nach der Ela darin, "... die Forderung des Marktes mit minimalen Kosten und minimalem Kapitaleinsatz zu erfüllen." [4, Seiten 517 und 518]

Nach [1, Seite 25] stellt Logistik "die aus den Unternehmenszielen abgeleiteten planerischen und ausführenden Maßnahmen und Instrumente zur Gewährleistung eines optimalen Material-, Wert- und Informationsflusses im Rahmen des betrieblichen Leistungserstellungsprozesses dar, wobei sich dieser von der Beschaffung von Produktionsfaktoren und Informationen über deren Bearbeitung und Weiterleitung bis zur Distribution der erstellten Leistungen erstreckt."

Aufgaben der Logistik,

  • die richtige Menge,

  • der richtigen Objekte (Güter, Personen, Energie, Informationen),

  • am richtigen Ort (Quelle oder Senke) im System,

  • zum richtigen Zeitpunkt,

  • in der richtigen Qualität,

  • zu den richtigen Kosten

bereitzustellen.

Diese Aufgaben (sechs "r") sind in Gesamtfunktion zu realisieren [vgl. 1, Seite 25] und [3].

   

"Der Anteil der Logistikkosten ist"... nach [2, Seite 87] "...in den letzten Jahren stark gestiegen und beträgt in einigen Branchen inzwischen bis zu 30 % des Umsatzes. Hier liegt ein erhebliches Rationalisierungspotential..."

Logistische Prozesse lassen sich zukünftig immer weniger unternehmensintern lösen. Die Intergration aller Beteiligten und logistischen Prozesse von der Rohstoffbeschaffung bis hin zu den Serviceleistungen beim Kunden durch ein ganzheitliches unternehmensübergreifendes Supply Chain Management(SCM) wird zunehmend zum Schlüssel für die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen (Logistik-SCM vom "Feld bis in die Küche").


Ausgewählte Literaturquellen zur Logistik:

[1] Ehrmann, H.:, "Logistik", (Kompendium der praktischen Betriebswirtschaft), Kiehl, 1997,
ISBN 3-470-47591-1

[2] Oeldorf, G. und Olfert, K.: "Materialwirtschaft", (Kompendium der praktischen Betriebswirtschaft), Kiehl, 1998, ISBN 3-470-70458-9

[3] Jünemann, R.: "Materialfluß und Logistik", Springer Verlag, 1989, ISBN 3-540-51225-X

[4] Jaeger, G. und Laudel, H.: "Transportmanagement", Feldhaus, 1994, ISBN 3-882-64178-9

[5] Jünemann, R. und Beyer, A.: Steuerung von Materialfluß- und Logistiksystemen", 2. Auflage, Springer Verlag, 1998, ISBN 3-540-64514-4

Ältere Literatur zur Lagerlogistik:

[6] Lahde, H.: "Neues Handbuch der Lagerorganisation und Lagertechnik", verlag moderne industrie, Wolfgang Dummer & Co., 1967

[7] Granitza, J. (Autorenkollektiv): "Rationelle Lagergestaltung", VEB Verlag Technik Berlin, 1971

[8] Großmann, Krampe, Ziems: "Technologie für Transport, Umschlag und Lagerung im Betrieb", VEB Verlag Technik Berlin, 1983


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